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Newsletter 10.2017

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Aktueller Newsletter

Sehr geehrte Damen und Herren,

Supraplanung nennt Harro von Senger die extrem langfristige Ausrichtung des chinesischen Denkens. Die Früchte einer Generationen übergreifenden Wirtschaftspolitik zeigen sich in Superlativen: Durch eine Fusion ist gerade der weltgrößte Energiekonzern entstanden. In zwei Jahren wird China für 40 Prozent des Robotik-Weltmarkts verantwortlich sein und den weltgrößten Flughafen eröffnen. Auch bei der E-Mobilität wird der weltgrößte Automarkt ganz vorne mitspielen und verabschiedet sich vom Verbrennungsmotor.
Gleichzeitig konkretisiert China seinen Kurs für Auslandsinvestitionen: Nur Übernahmen, die auf Technologie abzielen, behalten Pekings Segen. In Deutschland ändert das wenig: Seit Jahresbeginn haben Chinesen hierzulande für über zehn Milliarden Euro eingekauft und dürften damit die Rekordsumme von 2016 wieder erreichen.

Eine vergnügliche Lektüre wünscht

Ihre Astrid Oldekop



AO

Astrid Oldekop
Chefredakteurin
China Business Forum
cbf@mdb-consult.com

China News

Mit einem Lächeln bezahlen

Laecheln

Gesichtserkennungstechnologien nehmen zurzeit im großen Maße in China ihren Einzug: In einem KFC-Restaurant in Hangzhou hat Alipay „Smile to Pay“ eingeführt, die weltweit erste Technologie zur Gesichtserkennung für Zahlungsvorgänge. In den Studentenwohnheimen großer Pekinger Universitäten ersetzt Gesichtserkennungssoftware die Aufsichtspersonen. Die Agricultural Bank of China setzt die Technologie an Geldautomaten ein. Beim Qingdaoer Bierfest wurden aktenkundige Taschendiebe sowie Personen mit Drogenhintergrund bei den Sicherheitskontrollen gesondert überprüft. Am Pekinger Flughafen testet das Bodenpersonal die Gesichtserkennungssoftware des Suchmaschinen-Giganten Baidu. Diese ist nach Unternehmensangaben zu 99,77 Prozent akkurat und damit besser als das menschliche Auge. Ab nächstem Jahr könnte die Technologie auch beim Boarden eingesetzt werden, vermutet Merics. Dann seien die Gesichter der jährlich rund 94 Millionen Flugpassagiere ihr Boarding Pass. 2016 wurden in China 152 Millionen Dollar mit Gesichtserkennungstechnologien nach Angaben der Beratung MarketsandMarkets umgesetzt. 

Quellen: Technode, Sixthtone, Xinhua, Weixin, Merics, Global Times, Foto: Thinkstock

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China News

Treffpunkt der China Business Community

Das alljährliche „ Business and Investors Forum China“ setzt Themen und ist Treffpunkt für die China Business Community, weit über Nordrhein-Westfalen hinaus. In diesem Jahr steht es unter dem Motto „China – Deutschland/Nordrhein-Westfalen: Gemeinsam den digitalen Wandel gestalten“ und findet am 19. Oktober in Duisburg statt. Deutsche und chinesische Vertreter von Konzernen, Mittelständlern und Startups diskutieren, was die Digitalisierung für ihre Unternehmen bedeutet und wie sie umgesetzt werden kann. Mit dabei: Thyssenkrupp-CTO Dr. Reinhold Achatz, FC Schalke 04-Vorstand Alexander Jobst,
Erich Staake von der Duisburger Hafen AG, Sengled-CEO Toni Cheng, Minmetals Germany-Geschäftsführer Hong Yang, Dr. Julian Bosch von Intrapore, Niklas Friederichsen von Mapudo  sowie Xiaoxiao Hu von der Hong Kong Dolphin Supply Chain. Bestsellerautor Frank Sieren führt durch das Programm.
Veranstalter sind NRW.Invest, die Wirtschaftsförderung Metropoleruhr, die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg sowie die Deutsch-Chinesische Wirtschaftsvereinigung.
2016 kamen 101 neue chinesische Unternehmen nach NRW. „Mit mehr als 1.000 angesiedelten chinesischen Unternehmen weist NRW die höchste Konzentration chinesischer Unternehmen in Deutschland auf“, sagt Chinas Botschafter Shi Mingde.

Infos und Anmeldung

China News

Siemens verlegt Roboterforschung nach Peking

Siemens

Der Siemens-Konzern gründet in Peking ein Forschungszentrum für Robotik, Partner ist die Tsinghua Universität. Damit siedelt das Unternehmen seine globale Roboterforschung in China an. Ein internationales Expertenteam soll neue mechatronische Systeme entwickeln und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine sowie die Anwendung künstlicher Intelligenz in der Robotiksteuerung erforschen. In China sei die Marktdynamik am größten, es gebe eine gewaltige Nachfrage begründete eine Siemens-Sprecherin gegenüber der Zeitung Die Welt den Schritt. China strebe mit staatlichen Programmen die Weltmarktführung in der Robotik an, heißt es weiter, „da wollen und müssen wir dabei sein“. Für Siemens forschen und entwickeln bereits 4.500 Mitarbeiter in China. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 13.300, in den USA 5.600 und in Indien 4.800.

Quellen: Die Welt, Siemens, Handelsblatt, Foto: Siemens

China News

Personalsuche mit Pandas

Panda

Ungewöhnliche Wege geht die Stadtregierung von Chengdu bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter: Mit Gratis-Eintritt in den Panda-Park und Museen, VIP-Zugang zu Krankenhäusern und Banken sowie Incentives beim Wohnungskauf will sie Top-Leute gewinnen, meldet die South China Morning Post. Bisher habe der Schwerpunkt darauf gelegen, Investoren zu gewinnen und Wachstum zu generieren. Nun gehe es darum, Top-Wissenschaftler und Unternehmer in die Stadt zu holen. „Es herrscht ein erbitterter Kampf um Talente“, resümiert Zhu Lijia von der Chinese Academy of Governance. „Das geänderte Wachstumsmodell treibt die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften in die Höhe.“ 

Quelle: South China Morning Post, Foto: Stockfreeimages

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Marathonläufe gab es 2016 in China – die Menschen sprechen vom Marathonfieber.

Quelle: The Economist 1843 Magazine

China News

Chinesische Kandidaten richtig beurteilen

Art

„Deutsche Unternehmen sind unsicher in der Beurteilung chinesischer Kandidaten“, weiß Maria Fischer (3. von links), geschäftsführende Gesellschafterin von Fischer HRM. „Dazu braucht es Berater, die Native Speaker sind.“ Die Düsseldorfer Personalberatung, die seit vier Jahren einen China Desk hat, weiß um die Unterschiede der Arbeit für deutsche und chinesische Unternehmen: „Chinesische Unternehmen in Deutschland sehen die Mitarbeiter in vielen Fällen weniger als Partner, denn für Ihre Leistung bezahlte ,eingekaufte Mitarbeiter’“, erklärt Maria Fischer. Daher werde die Qualität einer Personalberatungsdienstleistung gegenwärtig noch nicht erkannt oder als wichtig erachtet. „Übernommene Unternehmen werden von den chinesischen Eigentümern allerdings häufig sehr vorsichtig und an der langen Leine geführt, um die Qualität des Unternehmens, die ja im Wesentlichen mit den Mitarbeitern verbunden ist, nicht zu beschädigen.“
Zu den Kunden von Fischer HRM gehören HNA Airport Group, Nubia technology, AVIC-Aviation Industry Corporation of China, Swissmetal sowie Dürr Ecoclean und Mercedes Benz Consulting. In Zukunft werde das Engagement chinesischer Unternehmen in Deutschland weiter rasant wachsen, prognostiziert Fischer: „Chinesen suchen gezielt nach Hightech, aber nicht, um Knowhow zu verlagern, sondern um zum Global Player zu werden.“
Weil neben der wirtschaftlichen Kooperation das Kennenlernen der jeweils anderen Kultur wichtig für eine gemeinsame friedliche und erfolgreiche Zukunft ist, lud Fischer chinesische und deutsche Manager zum Düsseldorfer Kunstlunch mit der Malerin Ce Jian (links). Leoni Spiekermann von Artgate Consulting (2. von links) führte in die Feinheiten der chinesischen Kunstszene ein. Mit dabei: Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (2. von rechts) mit seiner Frau Vera sowie NRW.Invest-Geschäftsführerin Petra Wassner (rechts).

Foto: Fischer HRM

China News

Mobike in London, Manchester und Washington

´Mobike

Wuppertal ist Schauplatz des ersten deutsch-chinesischen Automobilkongresses zum Thema „Zukunftsmobilität und intelligente Produktion“, der am 29. September kurz nach der IAA 2017 stattfindet und eine ergänzende Plattform für chinesisch-deutsche Kooperationsgespräche bietet. Mit dabei sind Vertreter von Delphi Deutschland, BYD Europe, Vorwerk Autotec, BAIC, Huawei Technologies, Street Scooter, Next EV/NIO, Claas, Geely Automotive sowie Jabrill Automotive. In der Geburtstadt Friedrich Engels, die mit der spektakulären Schenkung einer Engels-Statue (Foto) durch China im Jahr 2010 Schlagzeilen machte, diskutiert die Autobranche über Autonomes Fahren, Connected Cars, Elektromobilität im chinesischen ÖPNV und in der Logistik, Wege zur Erschließung des europäischen Marktes sowie neue Geschäftsmodelle der Mobilität.
Nordrhein-Westfalen ist mit zahlreichen Hidden Champions eine Kernregion der deutschen Automobilindustrie. Der Kongress bietet Entscheidungsträgern aus chinesischen und deutschen Unternehmen, Verbänden und Forschungseinrichtungen die Möglichkeit, die globalen Transformationsprozesse in der Automobilindustrie zu diskutieren, länder- und marktspezifische Trends zu analysieren und gemeinsame Geschäftsmodelle für die Zukunft zu entwickeln.

Quellen: Ifeng News online, ggwash, Yicai global, Washington Post, Foto: Flickr/shankar s.

China News

Grüne Waldstadt in Liuzhou

Waldstadt

Fast unbemerkt hält eine chinesische Revolution an deutschen Ladenkassen Einzug: Chinesische Touristen bezahlen zunehmend mit dem Handy. Sie verwenden dabei Alipay und demnächst auch WeChat, meldet die Webseite t3n und zitiert die dpa. Europaweit akzeptieren bereits 10.000 Einzelhändler Alipay, 2.000 davon in Deutschland, heißt es weiter. Zu ihnen zählen die Drogeriemarktkette Rossmann, der Haushaltswaren-Hersteller WMF sowie der Flughafen München. Ab November können chinesische Touristen nun auch mit WeChat bezahlen. Deutscher Partner von WeChat und Alipay ist das in München ansässige Unternehmen Wirecard, ein internationaler Dienstleister für elektronischen Zahlungsverkehr. Dieses beziffert die Durchschnittsausgaben eines chinesischen Touristen in Europa mit rund 3.000 Euro. Reisende aus China haben im Jahr 2015 insgesamt 76 Milliarden US Dollar in Deutschland ausgegeben.
Im Jahr 2015 haben 109 Millionen Chinesen Urlaub im Ausland gemacht, zeigen GfK-Analysen. Deutschland ist dabei mit 17 Prozent der chinesischen Besucher das beliebteste Reiseziel in Europa. Fast 70 Prozent der Reisenden landen am Flughafen in Frankfurt am Main. Laut der Deutschen Zentrale für Tourismus reisen die meisten von dort weiter nach Bayern, viele verbleiben in Hessen. Knapp 15 Prozent verbringen ihre Zeit in Baden-Württemberg, zwölf Prozent in NRW und gut zehn Prozent in Berlin. 2016 stieg die Zahl der Übernachtungen von Chinesen in Deutschland auf 2,58 Millionen. Die Ausgaben während ihres Aufenthaltes sind dabei überdurchschnittlich hoch, pro Nacht betragen sie 448 Euro und die durchschnittliche Shopping-Rechnung eines Chinesen in Deutschland beträgt laut Global Blue zwischen 677 und 897 Euro.

Quelle: Handelszeitung, Foto: Max Pixel

„China versteht sich sehr gut darin, seine ökonomischen Interessen robust zu vertreten - auch durch unfaire Spielregeln.“

Quelle: Ulrich Schäfer, SZ

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Chinesisches Geld verändert Amerikas Städte

Amerika

Die Einwanderung aus China prägt Nordamerikas Städte: Schon lange beschränkt sich die chinesische Einwanderung nur nicht mehr auf die geschäftigen Chinatowns. Mit chinesischem Geld finanzierte Bauten stehen in San Franciscos Bay Area ebenso wie in Manhattan. Jeder dritte an einer amerikanischen Universität und zwei von fünf an US-Highschools eingeschriebenen Ausländer stammen aus China. Astrid Oldekop (Foto) war im September bei ihren Recherchen zur neuen chinesischen Immigration in Nordamerika an der Ost- und Westküste unterwegs.10.000 EB-5 Visa mit Green Card vergeben die USA jährlich an ausländische Investoren, drei Viertel davon an Chinesen. Die Bedingungen: Bewerber müssen 500.000 Dollar investieren. Eigentlich in wirtschaftlich schwache Bereiche, doch viele Prestigebauten zählen zu den von chinesischen Agenten vermittelten Investitionsprojekten. Schafft das Investment zehn Jobs, winkt eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis. Im Mai erhielt das EB-5-Programm ungewollte Aufmerksamkeit, als die Schwester von Trumps Schwiegersohn im Pekinger Ritz-Carlton für Hochhäuser mit Blick auf Manhattan warb. 

Quellen: Bloomberg, Supchina, Macropolo, Foto: mdb

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China-Netzwerke für Nachwuchskräfte

AKW

Zwei Stipendien für junge deutsche und chinesische Nachwuchskräfte wird der Arbeitskreis Wirtschaft der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft in Düsseldorf (GDCF) Ende des Jahres ausschreiben. Die Kandidaten bewerben sich mit einem Essay zu einem vorgegebenen Wirtschaftsthema und werden von einer Jury ausgewählt. Die Stipendiaten werden ein Jahr lang von erfahrenen Mentoren betreut, im Vordergrund steht die Öffnung von Netzwerken, die Vermittlung von Kontakten und Wissen sowie der interkulturelle Austausch. Der AK Wirtschaft wird ehrenamtlich von Astrid Oldekop geleitet und bietet eine Plattform für den Austausch zu wirtschaftsrelevanten deutsch-chinesischen Themen. Informationen über das Young Talents Programm unter a.oldekop@gdcf-duesseldorf.de 

Foto: Thinkstock

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Chinesischer Herbst in Deutschland

Kalender

In China ist Goldene Woche und sieben Tage lang sind die Büros verwaist. In Deutschland häufen sich zur selben Zeit die China-Veranstaltungen. Neben dem „Business and Investors Forum China“ am 19. Oktober in Duisburg sowie dem „3. Bayerischen China Tag“ am 17. Oktober in Ingolstadt, gehört der „Deutsch-Chinesische Wirtschaftstag“ in der chinesischen Botschaft in Berlin, mit dem die Deutsch-Chinesische Wirtschaftsvereinigung (DCW) am 21. November ihr 30jähriges Bestehen feiert, zu den Höhepunkten dieses Herbstes. Ist Ihr Termin noch nicht aufgenommen? Dann schreiben Sie uns kalender@mdb-consult.com

Foto: Pixabay

3,1 Jahre

kürzer leben die Menschen in Nordchina im Vergleich zu denen im Süden aufgrund von Luftverschmutzung.

Quelle: SCMP

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Merics: Parteitag wird Xis Macht festigen

Merics

Die Beschlüsse des 19. Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas, der am 18. Oktober in Peking beginnt, werden die Zukunft des Landes entscheidend bestimmen. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping wird versuchen, seine Macht zu festigen, schreiben die Merics-Forscher Matthias Stepan und Nabil Alsabah in einer Analyse der wichtigsten Parteitags-Themen. Xi soll für eine zweite Amtszeit als Generalsekretär der KPC gewählt werden. Zudem wird er versuchen, ihm nahestehende Funktionäre im einflussreichen Ständigen Ausschuss zu platzieren. Der Verlauf des Parteitags wird deutliche Hinweise darauf geben, wie groß Xis Macht und sein Einfluss auf die künftige politische Agenda in China wirklich sind. Es wird sich zeigen, inwieweit Xi mit seiner auf Zentralisierung der Macht setzenden Politik in den kommenden fünf Jahren und eventuell über das Ende seiner Amtszeit 2022 hinaus das Land prägen wird. Sollte sich Xis Vision einer disziplinierten, IT-gestützten und auf Sicherheit fixierten Herrschaft der Kommunistischen Partei als effektiv und wirtschaftlich produktiv erweisen, könnte das politische System Chinas international zum Modell werden, heißt es weiter. Chinas „ digitaler Leninismus“ würde demonstrieren, wie auf Big Data basierende Kontrolltechnologien einen autoritären Führungsansatz stützen können.

Matthias Stepan, Nabil Alsabah: Die Kommunistische Partei auf Linie bringen: 19. Parteitag wird Xi Jinpings Macht festigen – und Chinas Entwicklungsoptionen verringern. Merics-Monitor. PDF

Grafik: Merics

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Sinocism: China-News aus US-Perspektive

Die wichtigsten China-Themen aus Politik und Wirtschaft kommentiert der amerikanische Sinologe Bill Bishop zwei bis vier Mal pro Woche in seinem empfehlenswerten, mit Hintergrundinformationen gespickten Sinocism-Newsletter sowie auf Twitter. Bishop zitiert chinesische und amerikanische Medien, die er im Original liest. Der 2011 gestartete Sinocism-Newsletter hat 30.000 Abonnenten. Der Autor gehörte 2015 laut Foreign Policy zu den 50 Personen, die die Zukunft der US-chinesischen Beziehungen prägen. Der Newsletter ist steter Themenlieferant für zahlreiche China-Korrespondenten und Experten. Demnächst soll der Newsletter kostenpflichtig werden, eine freie Wochenend-Ausgabe ist geplant.

Bill Bishop: Sinocism. Newsletter.

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Großer, dicker Technologie-Drache

Drache

China investiert Unmengen in die Forschung und Entwicklung neuer Technologien, schreibt Scott Kennedy von der US-Denkfabrik Center for Strategic & International Studies in einer Studie zur Innovationsfähigkeit des Landes. Das Hauptaugenmerk bei diesen Investitionen liege allerdings auf kommerzieller Wettbewerbsfähigkeit, nicht auf Grundlagenforschung. Chinas Innovationsleistung habe sich im vergangen Jahrzehnt zwar verbessert, dennoch habe das Land noch einen langen Weg vor sich. Weil die riesigen Ausgaben für Innovation nicht konsequent und reibungslos zu erfolgreichen Innovationen führen, nennen die Autoren China einen „fetten Hightech-Drachen.“
Beim Schutz von geistigem Eigentum habe sich zwar viel verändert, doch gerade hier habe der Staat seine Rolle gestärkt. China sei ein großes, allerdings schwaches IP-Land. Denn sowohl bei der Lizenzvergabe, bei M&A oder juristischen Streitigkeiten haben chinesische Patente geringen kommerziellen Wert, heißt es weiter. Trotz der enormen Manneskraft und Finanzmittel sei das Land noch weit davon entfernt, eine Führungsrolle in Sachen High-Tech einzunehmen.

Scott Kennedy, Center for Strategic & International Studies: The Fat Tech Dragon.

Quelle: CSIS, Foto: Pixabay

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McKinsey: Digitaler Gigant China

China ist bereits digitalisierter als viele Beobachter es wahr haben wollen und hat das Potenzial, die Regeln der digitalen Welt in den kommenden Jahrzehnten mitzubestimmen, schreiben die Autoren des aktuellen Diskussionspapiers von McKinsey Global Institute und nennen dafür drei Gründe: Erstens ermögliche der riesige, junge Markt die schnelle Kommerzialisierung digitaler Geschäftsmodelle im großen Maßstab. 2016 gab es in China 731 Million Internetnutzer, mehr als in der EU und den USA zusammen. Zweitens bauten die drei chinesischen Internet-Giganten Baidu, Alibaba und Tencent ein vielfältiges digitales Ökosystem, das nun über sie hinaus wachse. Drittens habe die Regierung den digitalen Playern vor der offiziellen Regulierung viel Raum für Experimente gelassen und unterstütze sie aktiv. Die Kombination dieser drei Faktoren mache China immer einflussreicher auf der globalen Bühne.

McKinsey Global Institute: China’s digital economy: A leading global force.

„Headhunter bevorzugen Absolventen, die im Ausland studiert haben, besonders für Jobs in der Finanzbranche.“

Wang Yuxuan, Absolvent der Universität von Miami. 2016 kehrten 432.000 im Ausland ausgebildete Chinesen zurück.
Quelle: Xinhuanet

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Chinas aktive Cyber-Diplomatie

China betreibt unter Präsident Xi Jinping eine aktivere Cyber-Diplomatie, schreibt der amerikanische Cybersecurity-Experte Adam Segal. Diese neue Politik habe drei Ziele: Erstens solle sie die Bedrohung, die das Internet und der freie Informationsfluss auf die innere Stabilität haben könnte, begrenzen. Zweitens solle der Cyberspace so gestaltet werden, dass Pekings politischer, militärischer und wirtschaftlicher Einfluss wachse. Drittens trete sie der amerikanischen Vorrangstellung im Internet entgegen und wolle Chinas Handlungsspielraum erhöhen. Gemessen an diesen Zielen scheint Chinas Diplomatie relativ erfolgreich zu sein, schreibt Segal. Die größte Ungewissheit für Peking sei dabei der Zustand der US-China-Beziehungen.

Adam Segal: Chinese Cyber Diplomacy in a New Era of Uncertainty. Hoover Institution.

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Auswirkungen der neuen Seidenstraße

Merics Map

Die in Köln ansässige Stiftung Asienhaus hat eine Broschüre zur neuen Seidenstraße vorgelegt. Darin informiert sie über die wichtigsten, im Rahmen von „One Belt, one Road“ (OBOR) geplanten Wirtschaftskorridore sowie über die maritime Seidenstraße und deren Finanzarchitektur. Darüber hinaus beschreiben die Autoren mögliche Auswirkungen auf Europa, die sich bereits in der Privatisierung von Häfen durch chinesische Konzerne zeigen. Das China-Programm der Stiftung Asienhaus will mit seinem Projekt zur Seidenstraßen-Initiative verstärkt über die sozialen, politischen und ökologischen Auswirkungen von OBOR in China, Asien und Afrika informieren. Daher ist eine Fortsetzung zur Einordnung der Initiative aus der Perspektive von Nichtregierungsorganisationen und Bevölkerung für Herbst 2017 geplant.

China-Programm der Stiftung Asienhaus: Wohin führen die Neuen Seidenstraßen? Chinas „Belt and Road Initiative“ 

Grafik: Merics

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