Menü

Kontakt

Medienbüro
Düsseldorf | Beijing
Astrid Oldekop

China Business
Kalender

24.08. Köln: Hightech und Zukunftstechnologien in JIangxi
29.08. Düsseldorf: Taiwan Wirtschaftstag

Newsletter 12.2016

China News
Inside mdb
Must read

Sehr geehrte Damen und Herren,

2016 war ein turbulentes Jahr für die deutsch-chinesischen Beziehungen. Doch während laut über die Modalitäten des Miteinanders gestritten wird, klappt die leise, beharrliche Zusammenarbeit hervorragend, wie jüngst beim BMWi-Symposium zur Industrie 4.0. 
Für das Medienbüro Düsseldorf | Beijing geht ein gutes Jahr zu Ende: Zum fünfjährigen Jubiläum sind wir umgezogen. Wir haben den neuen China Business Forum Newsletter und Deutschlands China-Kalender erfolgreich gelauncht, haben deutsche CIOs durch China begleitet, waren dabei, als Wissenschaftsminister Wan Gang von seiner deutschen Alma Mater mit einer Honorarprofessur geehrt wurde und haben bewegende Diskussionen über die disruptiven Folgen der Digitalisierung mitgestaltet. Herzlichen Dank an alle, die uns auf diesem Weg begleitet haben.

Ich wünsche Ihnen erholsame Feiertage und ein glückliches, erfolgreiches Jahr 2017.

Ihre Astrid Oldekop

AO

Astrid Oldekop
Chefredakteurin
Medienbüro Düsseldorf | Beijing
cbf@mdb-consult.com

China News

Düsseldorfer informieren sich in Zhuhai über eHealth

zte

Der digitale Wandel und daraus erwachsende Geschäftschancen in Nordrhein-Westfalen waren das Thema des Business-Forums, das NRW.Invest und die Stadt Düsseldorf in Guangzhou veranstalteten. Mit über 470 ansässigen chinesischen Unternehmen präsentierte sich Düsseldorf als Europas attraktivster Wirtschaftsstandort für chinesische Investoren. Im Anschluss an das Forum besuchten NRW.Invest-Geschäftsführerin Petra Wassner und Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel das Henkel-Werk in Guangzhou. Düsseldorfs Gesundheitsdezernent Andreas Meyer-Falcke sah sich unterdessen bei zwei Stadtteilkliniken in Zhuhai (Foto) um. Dort betreibt ZTE Health Joint Ventures, die ältere Menschen mit digitalen Technologien betreuen. So nutzen Hausärzte einen „digitalen Arztkoffer“, der Messwerte und Diagnosen auf eine eHealth-Plattform überträgt. Ergänzt wird er von Wearables wie der Smart Watch, die an die Medikamenteneinnahme erinnert, oder dem Panik-Button mit Geo-Fencing-Funktionalität, der dafür sorgt, dass Demenzkranke nicht verloren gehen. Das Projekt verbindet zudem traditionelle chinesische Medizin und Digitalisierung: So wird beispielsweise die entspannende und fokussierende Wirkung von Taichi-Übungen durch Messung der Gehirnaktivitäten mittels Kopfsensor nachgewiesen. ZTE ist seit elf Jahren in Düsseldorf ansässig und betreibt dort ein Projekt zur digitalen Gesundheitsfürsorge. 

Quelle: NRW.Invest, Düsseldorf, ZTEFoto: ZTE

Anzeige

Banner 0916

China News

E-Autos: China fährt der Konkurrenz davon

China entwickelt sich zum Vorreiter in Sachen Elektromobilität: Beim Ranking der wichtigsten Herstellerländer für Elektrofahrzeuge führt das Land erstmals vor Japan. Deutschland liegt bei den wichtigsten Produktionsländern weiterhin auf Platz drei vor den USA. Auch als sich entwickelnder Markt ist China ausgesprochen dynamisch und belegt nun hinter Norwegen, Niederlande und Frankreich Platz vier. Dies sind die zentralen Ergebnisse des aktuellen Electric Vehicle Index der Unternehmensberatung McKinsey. „In China arbeiten Hersteller und Behörden sehr systematisch daran, Elektroautos für den Kunden attraktiv zu machen“ sagt Nicolai Müller von McKinsey. Direkte finanzielle Anreize und Vorteile bei der Zulassung haben dazu geführt, dass im letzten Quartal 2015 mehr als 100.000 E-Fahrzeuge verkauft wurden. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 wurden in China 170.000 E-Fahrzeuge und Plug-In-Hybride zugelassen, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum, schreibt die Automobilwoche. Seit 2010 wurden in China insgesamt 330.000 E-Autos zugelassen; in dieser Kategorie liegen die USA mit knapp 420.000 Fahrzeugen noch vorne. „China ist das Land mit der größten Modellvielfalt“, so Müller. Chinesische Autokäufer haben die Wahl zwischen fast 60 verschiedenen E-Modellen; in Deutschland werden gut 40 Modelle angeboten. Elektroautos sind aber bislang weder in China (1,1 Prozent Marktanteil) noch in Deutschland (0,7 Prozent) ein Massenphänomen. Die Ausnahme ist weiterhin Norwegen, wo aktuell jedes fünfte zugelassene Auto einen E-Antrieb hat.

Quelle: McKinsey, Automobilwoche

 

China News

Legosteine direkt aus China

Lego Fabrik

Lego produziert seit November in Jiaxing in der Provinz Zhejiang, südlich von Shanghai für den chinesischen und asiatischen Markt. In den kommenden vier Jahren plant der dänische Spielzeughersteller die Eröffnung von Geschäften in 40 chinesischen Städten. In Jiaxing (Foto) sind über 1.200 Mitarbeiter beschäftigt. Die Lego Gruppe produziert bisher in Dänemark, Ungarn, Mexiko und Tschechien.  Seit 23 Jahren exportiert der dänische Spielzeughersteller ins Reich der Mitte.

Quelle und Foto: Lego (Photos used with permission. ©2016 The LEGO Group.)

 

20.000.000

Kinder unter zehn Jahren nutzen in China das Internet.

Quelle: CRI 

China News

Chinesische Autos nach Airbnb-Manier

lynkco

Nachdem sich Landwind, Qoros und Brilliance die Finger verbrannten, kommt mit dem Geely-Ableger Lynk&Co ein weiterer Autobauer aus China nach Deutschland, der ein Smartphone auf vier Räder stellen will, schreibt die Wirtschaftswoche in ihrer Online-Ausgabe. Die Fahrzeuge sind stets mit der digitalen Welt verbunden. Jeder Fahrer bedient sich für zentrale Fahrzeugfunktionen seiner eigenen Cloud. Als Autoschlüssel dient das Smartphone. Der Name „Lynk“ steht für den „link to the future“. Mit „&Co“ will der Autobauer an Connection, Cool oder Community erinnern. Die Marke setzt sowohl in China als auch in Europa auf Teilzeit-Nutzer. Über einen Share-Button können die Fahrer ihr eigenes Fahrzeug anderen nach dem Airbnb-Prinzip zur Verfügung stellen: Interessierte stellen eine Anfrage, der Eigentümer schaltet das Auto per Smartphone für eine Fahrt oder eine bestimmte Nutzungsdauer frei, abgerechnet wird per App.

Quelle: WiWo, Foto: Lynk&Co

 

China News

Chinas wichtigste Politikerin beim 1. FC Köln

fussball

„Präsident Xi Jinping hat drei Ziele: erstens die Ausrichtung der Fußball-WM in China, zweitens, dass China irgendwann Weltmeister wird und drittens die Wiederbelebung des Fußballs in China“, sagte Chinas Spitzenpolitikerin Liu Yandong bei ihrem Deutschland-Besuch. In Berlin unterzeichnete die Vizepremierministerin nun eine Vereinbarung zur deutsch-chinesischen Zusammenarbeit im Fußball bis 2021.

Anschließend nahm Liu im Kölner Geißbockheim, dem Clubhaus des 1. FC Köln, an einem Fußball-Forum teil. „Wir wollen unser Wissen teilen und haben konkrete Maßnahmen vereinbart. Zum Beispiel in der Trainer- und Schiedsrichterausbildung und in Form von Austauschprogrammen talentierter Jugendlicher. Ich sehe auch ein großes Potential darin, China bei einer WM-Bewerbung zu unterstützen“, sagte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius. Die Bundesligaklubs könnten durch ihre Entwicklungshilfe „auch Anteil an den chinesischen Marktdividenden nehmen“, versprach Liu. „300 Millionen Fußballer in China sehnen sich nach Ihrer Erfahrung, und alle lieben Ihre Stars“, sagte sie. „Das ist eine Win-win-Situation“, fasste der DFB-Generalsekretär zusammen, schreibt die Süddeutsche Zeitung. „China ist im Fußball ein schlafender Riese. Die Potentiale sind noch nicht geweckt. Da ist noch mehr heraus zu kitzeln.“ Die Profiklubs haben China längst entdeckt. Bayern München hat ein Büro in Schanghai, Dortmund und Schalke reisten durch die Volksrepublik, der 1. FC Köln kooperiert mit dem FC Liaoning.

Quelle: DFB, SZ, Express, Foto: 1. FC Köln/Schiffer

China News

Unternehmen zögern beim Ausbau des Chinageschäfts

Challenges

Deutsche Unternehmen in China bewerten die aktuelle wirtschaftliche Situation als eine der schwierigsten innerhalb der letzten Jahre. Allerdings sind die Unternehmen für 2017 optimistischer und rechnen mit einer positiveren Entwicklung. Jedoch gibt ein Drittel an, sich in China weniger willkommen zu fühlen. Die Investitionsabsichten deutscher Unternehmen innerhalb Chinas sinken auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Das ist das Ergebnis der Geschäftsklima-Umfrage der Deutschen Handelskammer in China unter 426 deutschen Unternehmen. 

Steigende Personalkosten und das Rekrutieren von qualifizierten Fachkräften bleiben die größten unternehmerischen Herausforderungen für die Mehrheit der deutschen Unternehmen in China. Die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und der Wettbewerb mit chinesischen Unternehmen bereitet zunehmend Sorgen. Vor allem entwickeln sich die unzureichende Rechtssicherheit und unklare rechtliche Rahmenbedingungen zur unternehmerischen Hürde. Internetrestriktionen, die Geschwindigkeit des Internets und mangelnder Schutz geistigen Eigentums beeinflussen die Geschäftstätigkeiten der deutschen Unternehmen ebenfalls negativ. Positive Impulse erwarten über die Hälfte der befragten Unternehmen von der „Made in China 2025“-Strategie, mit der die chinesische Regierung durch verstärkte Investitionen in zehn Schlüsselindustrien China als Industrienation etablieren will.

Quelle: AHK, Grafik: AHK/mdb

China News

Besserer Schutz für Wohneigentum

Haeuser

Die meisten Chinesen besitzen eine Wohnung. Vielerorts laufen jedoch die zeitlich befristeten Pachtverträge für die Grundstücke aus, auf denen die Immobilien stehen, schreibt das Mercator Institute for China Studies (Merics). Nun sollen neue Richtlinien das Privateigentum besser schützen. Bislang dürfen Bürger zwar Immobilien kaufen, doch die Grundstücke befinden sich in Staatsbesitz. Die Pachtdauer für Grundstücke variiert je nach Stadt zwischen 20 und 70 Jahren. Was nach Ablauf der Pachtzeit passiert, entscheiden Stadtregierungen weitgehend selbst. Im April hatte die Stadtregierung von Wenzhou für großen Aufruhr gesorgt, als sie Gebühren von bis zu einem Drittel des Immobilienpreises für die Verlängerung der Pachtverträge verlangte. Zurzeit kosten Wohnungen in Shenzhen das 37fache eines örtlichen durchschnittlichen Netto-Jahres-Haushaltseinkommens. In Shanghai, Sanya und Beijing liegen die Häuserpreise das 20 bis 22fache über dem jährlichen Netto-Haushaltseinkommen, berichtet E-House China.

Quelle: Merics, SCMP, Caixin, Foto: Jakob Montrasio

China News

Hongkong ideal für Technopreneure

Hongkong ist der perfekte Standort für Technologie-Unternehmer und IoT-Gründer, ist Josh Steimle, CEO der Marketingagentur MWI, überzeugt. Zum einen sei die Internetgeschwindigkeit höher als auf dem Festland. So können größere Datenvolumen schneller übertragen werden. Auch könne man Facebook, Twitter, Dropbox, Gmail und Google Docs nutzen, was die Kommunikation erheblich erleichtere. Zum anderen gebe es in Hongkong Rechtssicherheit, einen wachsenden Investoren-Kreis, viele Messen und wenig Sprachprobleme. Die Kombination von Hongkong, Perlflussdelta mit Shenzhen sei einzigartig, sowohl in Sachen Lage, Fachkräfte als auch Finanzen. „Überall sonst in China ist man zu sehr vom Westen abgeschnitten, doch außerhalb von China ist man zu sehr von China abgeschnitten.“, resümiert Steimle. „Finanzen und Immobilien waren hier früher wichtig. Doch Hongkongs Zukunft gehört den Unternehmern.“ 

Quelle: HKTDC

„Für deutsche Unternehmen sind die besten Zeiten in China vorbei.“

Peter Bofinger, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
Quelle: Handelsblatt

Inside mdb

Deutsch-chinesisches Symposium zur Industrie 4.0

Symposium

Vertrauen, Offenheit, Win-Win-Situationen und eine historische Chance – beim ersten „Deutsch-chinesischen Symposium zur intelligenten Fertigung und Vernetzung der Produktionsprozesse“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ausgerichtet wurde, beschrieben Politiker, Unternehmensvertreter und Wissenschaftler die Zusammenarbeit in Superlativen. Astrid Oldekop moderierte die Auftaktveranstaltung in der Berliner BMWi-Aula. Deutsche und Chinesen wollen beim Thema Industrie 4.0 eng zusammen arbeiten – trotz aller Schwierigkeiten. Sowohl Unternehmenskooperationen als auch gemeinsame Forschungsprojekte werden künftig besonders gefördert. Das ist das Ergebnis des Symposiums, an dem Vertreter von BMWi, BMBF, MIIT und MOST teilnahmen. Unter den Rednern und Gesprächspartnern: BMWi-Staatssekretär Matthias Machnig, BMBF-Staatssekretär Dr. Georg Schütte, Botschafter Shi Mingde, MIIT-Vizeminister Prof. Huai Jinpeng, Dr. Markus Kerber (BDI), Dr. Eberhard Veit (Plattform Industrie 4.0), Dr. Herman Rodler (Kathrein Werke), Dr. Werner Struth, (Robert Bosch),
Chen Lucheng (Haier Group),
Wei Yiyin (CASIC), Lei Yi (CAXA Technology), Dr. Norbert Gaus (Siemens), Prof. Ouyang Jinsong (Instrumentation Technology & Economy Institute), Prof. Reiner Anderl (acatech), Prof. Jürgen Fleischer (KIT), Prof. Xu Aidong, (Shenyang Institute of Automation),
Yin Libo (Electronic Technology Information Research Institute) sowie Yin Jun (MOST).

BMWi, BMBF

Foto: BMWi

Inside mdb

Erster Messeauftritt in eigener Sache

Sinojobs

Groß war der Andrang am Stand des Medienbüros Düsseldorf | Beijing auf den Sinojobs Career Days in Düsseldorf. Mit dem China Business Forum Newsletter und Deutschlands China-Kalender liefert das Team um Astrid Oldekop wertvolle Informationsquellen für die knapp 1000 chinesischen und deutschen Absolventen und Young Professionals auf der Jobmesse. Im Vortragsprogramm sprach Astrid Oldekop über das Geheimnis erfolgreicher chinesischer Karrieren in deutschen Unternehmen. Dabei griff sie auf viele Interviews zurück, die sie für diverse Medien mit dieser Zielgruppe geführt hat und zitierte die Leuchttürme: EY-Partnerin Yi Sun, Ex-Evonik-Vorstand Dahai Yu, der ehemalige Lanxess-Personalchef Zhengrong Liu, ZF Friedrichshafen-Aufsichtsrätin Weidong Xu sowie die Grafikdesignerin Yang Liu. „Ich war beeindruckt von der großen Anzahl hervorragend Deutsch sprechender chinesischer Besucher“, sagte Medienbüro Düsseldorf | Beijing-Assistentin Larissa Pichler (Foto rechts). „Auch die Anzahl der Deutschen mit guten Chinesisch-Kenntnissen war erstaunlich groß.“

Sinojobs Career Days 2016

Foto: mdb

1.101.864

Patente wurden 2015 in China angemeldet, das sind 40 Prozent der weltweiten Patentanmeldungen.

Quelle: China Economic Review

Must read

Chinesen suchen entspannten Österreich-Urlaub

Chinesische Touristen

Sieben Millionen chinesische Touristen reisten 2015 durch Europa, und ihre Zahl steigt rapide. Jeder zehnte besuchte Österreich. Chinesen, die Urlaub in Europa machen, sind zwischen 25 und 44 Jahre alt, hoch gebildet, häufig in Führungspositionen und verfügen über ein Nettohaushaltseinkommen von über 2.000 Euro. Acht Städte in fünf Ländern innerhalb von zehn Tagen – so sahen die Rundreisen bisher aus (siehe Grafik). Doch nun kündigt sich ein neuer Trend an: Chinesen suchen nach entspannteren Urlaubsformen und reisen auf eigene Faust. In Österreich besuchen sie nun neben Wien und Salzburg auch andere Regionen, fahren zum Wintersport oder Bergsommer. In Zukunft wird es stärker darum gehen, den chinesischen Gästen „Luxury Experiences“ zu bieten - außergewöhnliche Erlebnisse, die sich nicht jeder leisten kann. Auch Nischenthemen wie Hochzeits- oder Golfreisen werden an Bedeutung gewinnen. Das ist das Ergebnis einer umfassenden Studie über chinesische Touristen, die von Österreich Werbung herausgegeben wurde. Sie analysiert Trends, Potenziale und nennt Marketing-Möglichkeiten, mit denen potenzielle Touristen schon in China erreicht werden können.

Österreich Werbung: Wissenschaft des Gastes: China. 2016

Grafik: Österreich Werbung/mdb

Must read

Zwischen Ausverkauf und Protektionismus

Bertelsmann

Technik aus Deutschland steht in China hoch im Kurs. Doch Übernahmen durch chinesische Firmen werden mit zunehmender Skepsis beobachtet und teilweise einer ministeriellen Überprüfung unterzogen. Die Bertelsmann Stiftung hat die chinesischen Investitionen der vergangenen Jahre analysiert - mit gemischtem Resultat. Eine lesenswerte Publikation stellt die acht zentralen Ergebnisse vor: Deutschland ist das drittgrößte Zielland für ausländische Direktinvestitionen (ADI). Trotz hoher Zuwächse ist
der relative Anteil Chinas an den ADI-Beständen mit 0,3 Prozent (2014) nach wie vor gering. Chinesische ADI bringen frisches Kapital ins Land, schaffen und erhalten Arbeitsplätze. 
Seit dem chinesischen Regierungswechsel 2013 habe sich die Qualität chinesischer Investitionen allerdings verändert: Übernahmen in technologieintensiven Branchen sowie das Engagement von Staatsunternehmen, die direkt der Zentralregierung unterstehen, haben zugenommen. Da die formalen Eigentumsstrukturen chinesischer Unternehmen intransparent sind, könnten chinesische Privatunternehmen nicht vorbehaltlos als Wirtschaftsakteure gelten, die ausschließlich ökonomische Motive verfolgen. Eine weitere zentrale Herausforderung sei die fehlende Reziprozität. 
Grundsätzlich könnten beide Seiten von ADI profitieren. Zentrale Voraussetzung seien offene Märkte und faire Wettbewerbsbedingungen. 
Der Schlüssel liege darin, einen Weg zwischen naivem Ausverkauf eigener Interessen und protektionistischem Aktionismus zu finden. 
Zum anderen sollte China endlich dafür sorgen, dass die Voraussetzungen, von denen chinesische Unternehmen in Deutschland profitieren, also gleichberechtigter Marktzugang, eine transparente Investitionsförderung und ein nichtdiskriminierendes Investitionsumfeld, auch für ausländische Unternehmen in China gelten, schreiben die Autoren.

Dr. Cora Jungbluth: Chance und Herausforderung. Chinesische Direktinvestitionen in Deutschland. Bertelsmann Stiftung.

Grafik: Bertelsmann Stiftung/mdb

Must read

Die Einzelkinder werden erwachsen

Kinder

Die Einzelkinder der Ein-Kind-Politik sind erwachsen. Mehr als 300 Millionen Chinesen sind zwischen 16 und 30 Jahre alt. Der seit acht Jahren in China lebende Amerikaner Alec Ash zeigt in sechs Porträts das Lebensgefühl dieser Generation, die in den Boomjahren nach Deng Xiaopings Reformen geboren wurde: Junge Menschen, die um ihren Platz in einer Gesellschaft ringen, die von rasantem Wandel und Konkurrenzkampf geprägt ist. Der Autor hat die Vorbilder für seine Figuren jahrelang begleitet, ist ihnen in ihre Heimatdörfer gefolgt und hat ihre Probleme wie Heiratsdruck und Wohnungsnot kennengelernt.

Alec Ash: Die Einzelkinder. Wovon Chinas neue Generation träumt. Hanser Berlin.

Foto: Thinkstock

Top

Kontakt

Medienbüro
Düsseldorf | Beijing
Astrid Oldekop

China Business
Kalender

24.08. Köln: Hightech und Zukunftstechnologien in JIangxi
29.08. Düsseldorf: Taiwan Wirtschaftstag